Du schreibst einen Aufsatz und fragst dich bei jedem zweiten Satz, ob da jetzt ein Komma hingehört? Damit bist du nicht allein. Kommafehler gehören zu den häufigsten Fehlern in Deutscharbeiten, und sie kosten in Klassenarbeiten und Prüfungen Punkte bei der sprachlichen Richtigkeit.
Die kurze Antwort: Im Deutschen setzt man ein Komma vor allem zwischen Hauptsatz und Nebensatz, zwischen den Teilen einer Aufzählung ohne „und“, vor entgegenstellenden Wörtern wie „aber“, „sondern“ und „doch“ sowie vor und nach Einschüben. Mit diesen vier Regeln deckst du den Großteil aller Kommas ab. In diesem Artikel bekommst du alle wichtigen Kommaregeln mit Beispielen, eine Methode zum Selbstprüfen und Übungen mit Lösung.
Wann setzt man im Deutschen ein Komma?
Ein Komma gliedert einen Satz in Bausteine, damit der Leser ihn beim ersten Lesen richtig versteht. Verbindlich geregelt ist die Kommasetzung im amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung in den Paragrafen 71 bis 79. Für die Schule reichen die folgenden sieben Regeln:
| Nr. | Regel | Beispiel |
|---|---|---|
| 1 | Zwischen Hauptsatz und Nebensatz | Ich bleibe zu Hause, weil ich krank bin. |
| 2 | Bei Aufzählungen ohne „und“/„oder“ | Wir brauchen Mehl, Eier, Milch und Zucker. |
| 3 | Vor entgegenstellenden Konjunktionen | Er ist müde, aber glücklich. |
| 4 | Bei Einschüben und Nachträgen | Lisa, meine Schwester, spielt Geige. |
| 5 | Bei bestimmten Infinitivgruppen | Sie lernt, um die Prüfung zu bestehen. |
| 6 | Bei Anreden und Ausrufen | Tim, kommst du mit? Ach, das wusste ich nicht. |
| 7 | Bei Partizipgruppen mit Verweiswort oder als Nachtrag | Er kam, vor Freude strahlend, ins Zimmer. |
Faustregel: Jeder Satz mit zwei gebeugten Verben besteht meist aus zwei Teilsätzen, und zwischen ihnen steht in den meisten Fällen ein Komma.
Komma vor Nebensatz: Woran erkennst du einen Nebensatz?
Ein Nebensatz wird immer durch ein Komma vom Hauptsatz getrennt, egal ob er vorne, hinten oder in der Mitte steht. Du erkennst einen Nebensatz daran, dass das gebeugte Verb am Ende steht und er meist mit einem Einleitewort beginnt.
Typische Einleitewörter sind:
- Konjunktionen: dass, weil, obwohl, wenn, als, nachdem, bevor, damit, ob, während
- Relativpronomen: der, die, das, welcher, welche, welches (auch mit Präposition: „mit dem“, „in der“)
- Fragewörter: wer, was, wie, wo, warum, wann
Beispiele:
- Ich glaube, dass es morgen regnet. (Nebensatz hinten)
- Weil der Bus Verspätung hatte, kam sie zu spät. (Nebensatz vorne)
- Das Buch, das du mir geliehen hast, ist spannend. (Nebensatz in der Mitte, also zwei Kommas)
Wichtig: Ein Relativsatz in der Satzmitte braucht immer zwei Kommas, eines davor und eines danach. Das zweite Komma wird in Klassenarbeiten besonders oft vergessen.
Komma bei Aufzählungen: Wann ja, wann nein?
Bei Aufzählungen trennt das Komma gleichrangige Wörter oder Wortgruppen, solange sie nicht durch „und“, „oder“, „sowie“ oder „bzw.“ verbunden sind.
- Im Rucksack sind ein Apfel, ein Buch, eine Flasche Wasser und ein Pullover.
- Sie lachte, tanzte, sang.
Bei Adjektiven gibt es einen Test: Kannst du „und“ dazwischen setzen, ohne dass sich der Sinn ändert, steht ein Komma. „Ein langer, anstrengender Tag“ funktioniert auch als „ein langer und anstrengender Tag“, also Komma. Bei „ein schönes altes Haus“ ergibt „schönes und altes“ keinen Sinn, weil „altes Haus“ eine Einheit bildet. Hier steht kein Komma.
Komma vor „und“: Die häufigste Unsicherheit
Vor „und“ und „oder“ steht kein Komma, wenn sie zwei gleichrangige Satzteile oder zwei Hauptsätze verbinden. Bei zwei Hauptsätzen ist ein Komma erlaubt, wenn es die Gliederung deutlicher macht, aber nicht Pflicht.
- Ich koche und du deckst den Tisch. (Komma möglich, nicht nötig)
- Er las ein Buch und trank Tee. (kein Komma)
Ein Komma vor „und“ ist dagegen Pflicht, wenn davor ein Nebensatz oder Einschub endet:
- Sie sagte, dass sie später kommt**,** und legte auf.
- Mein Bruder, der in Köln wohnt**,** und meine Tante kommen zu Besuch.
Hier gehört das Komma nicht zum „und“, sondern schließt den Nebensatz ab. Wenn du dir das merkst, löst sich die Unsicherheit bei „und“ fast immer auf.
Komma vor „aber“, „sondern“, „wie“ und „als“
Vor entgegenstellenden Konjunktionen wie „aber“, „sondern“, „doch“, „jedoch“ und „vielmehr“ steht immer ein Komma.
- Das Kleid ist teuer, aber schön.
- Er fährt nicht mit dem Bus, sondern mit dem Fahrrad.
Bei „wie“ und „als“ in Vergleichen kommt es darauf an, was folgt. Folgt nur ein Wort oder eine Wortgruppe ohne eigenes Verb, steht kein Komma: „Sie ist so groß wie ihr Bruder.“ „Er ist älter als ich.“ Folgt ein vollständiger Nebensatz mit gebeugtem Verb, steht ein Komma: „Es war schöner, als ich gedacht hatte.“
Komma bei Infinitivgruppen: Wann ist es Pflicht?
Eine Infinitivgruppe besteht aus „zu“ + Grundform des Verbs, oft mit weiteren Wörtern („die Prüfung zu bestehen“). Seit der Rechtschreibreform ist das Komma hier in vielen Fällen freiwillig. In drei Fällen ist es aber Pflicht:
- Die Infinitivgruppe beginnt mit „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“. Sie ging nach Hause, ohne sich zu verabschieden.
- Die Infinitivgruppe hängt von einem Nomen ab. Er hatte den Plan, nach Spanien zu reisen.
- Ein Verweiswort kündigt sie an (es, daran, darauf, damit …). Ich denke daran, morgen früher aufzustehen.
Tipp: Setz bei Infinitivgruppen im Zweifel ein Komma. Es ist fast nie falsch und macht den Satz leichter lesbar. Ein einfaches „zu“ + Verb ohne weitere Wörter („Er begann zu lachen.“) bekommt allerdings kein Komma.
So prüfst du deine Kommas in 4 Schritten
Die meisten Kommafehler lassen sich mit einer festen Prüfroutine vermeiden. Geh beim Korrekturlesen deines Textes so vor:
- Verben markieren: Unterstreiche in jedem Satz alle gebeugten Verben. Zwei gebeugte Verben bedeuten meist zwei Teilsätze.
- Einleitewörter suchen: Kreise „dass“, „weil“, „obwohl“, Relativpronomen und Fragewörter ein. Davor steht fast immer ein Komma.
- Nebensatz-Ende prüfen: Endet ein Nebensatz mitten im Satz? Dann gehört auch dahinter ein Komma.
- Sonderfälle checken: Gibt es „aber/sondern“, Aufzählungen, Einschübe oder eine Infinitivgruppe mit „um/ohne/statt“?
Aus unserer Erfahrung in der Nachhilfe bringt dieser Ablauf schon nach wenigen Wochen spürbar weniger rote Striche, weil er aus Raten eine Prüfung macht. Er funktioniert auch beim Schreiben einer Erörterung, wo lange Sätze mit mehreren Nebensätzen typisch sind.
Praxisbeispiel: Wie Mia ihre Kommafehler halbiert hat
Mia (13, 8. Klasse Gymnasium) bekommt in Deutsch regelmäßig eine 3 bis 4, obwohl ihre Aufsätze inhaltlich gut sind. In der letzten Arbeit hat die Lehrerin 14 Kommafehler angestrichen, vor allem fehlende Kommas nach Relativsätzen und überflüssige Kommas vor „und“.
In der Nachhilfe hat sie zuerst die Prüfroutine mit den vier Schritten an ihren alten Texten geübt. Danach hat sie jede Woche einen kurzen Text geschrieben und ihn selbst mit Farbstiften korrigiert, bevor ihre Lehrkraft drübergeschaut hat. Nach rund sechs Wochen war die Zahl der Kommafehler in einem vergleichbaren Aufsatz auf fünf gesunken, und die Note für die sprachliche Richtigkeit hat sich um eine Stufe verbessert.
Übungen zur Kommasetzung mit Lösung
Setze die fehlenden Kommas. Die Lösungen stehen darunter.
- Ich weiß nicht ob er heute noch kommt.
- Der Hund der im Garten bellt gehört unseren Nachbarn.
- Wir kaufen Brot Käse und Tomaten.
- Er ging ins Kino obwohl er müde war und schlief dort ein.
- Sie spart Geld um sich ein Fahrrad zu kaufen.
- Das Wetter war nicht gut sondern miserabel.
Lösungen:
- Ich weiß nicht, ob er heute noch kommt.
- Der Hund, der im Garten bellt, gehört unseren Nachbarn.
- Wir kaufen Brot, Käse und Tomaten.
- Er ging ins Kino, obwohl er müde war, und schlief dort ein.
- Sie spart Geld, um sich ein Fahrrad zu kaufen.
- Das Wetter war nicht gut, sondern miserabel.
Wann hilft Nachhilfe bei der Kommasetzung?
Die Kommaregeln lassen sich gut allein lernen. Gezielte Unterstützung lohnt sich aber, wenn:
- Kommafehler die Note drücken, obwohl Inhalt und Aufbau stimmen.
- dein Kind die Regeln kennt, sie beim Schreiben aber nicht anwendet und eine feste Korrekturroutine braucht.
- Grammatikgrundlagen fehlen, etwa der Unterschied zwischen Haupt- und Nebensatz oder das Erkennen von Verben.
- eine wichtige Prüfung ansteht, etwa die Abschlussprüfung in Klasse 10 oder das Abitur.
Nachhilfe ist dagegen meist nicht nötig, wenn nur einzelne Sonderfälle unsicher sind. Dann reichen diese Übersicht und regelmäßiges Korrekturlesen. Bei Tutorify (Online-Einzelnachhilfe, tutorify.eu) arbeitet dein Kind 1:1 mit einer geprüften Lehrkraft an seinen eigenen Texten, zum Beispiel in der Deutsch-Nachhilfe fürs Gymnasium oder der Deutsch-Nachhilfe für die Realschule.
Fazit: Die meisten Kommas folgen aus vier Regeln Ein Komma steht im Deutschen vor allem zwischen Haupt- und Nebensatz, bei Aufzählungen ohne „und“, vor „aber“ und „sondern“ sowie bei Einschüben. Vor „und“ steht kein Komma, außer davor endet ein Nebensatz oder Einschub. Bei Infinitivgruppen ist das Komma Pflicht, wenn sie mit „um“, „ohne“ oder „statt“ beginnen oder angekündigt werden. Wer beim Korrekturlesen die Verben markiert und Einleitewörter sucht, findet die meisten Kommas von selbst. Mit etwas Übung wird das schnell zur Routine.
FAQ: Häufige Fragen zur Kommasetzung
Wann setzt man ein Komma vor „dass“?
Vor „dass“ steht immer ein Komma, weil „dass“ einen Nebensatz einleitet. Das gilt auch in Verbindungen wie „sodass“, „ohne dass“ oder „anstatt dass“: Hier steht das Komma vor der ganzen Verbindung, also „Er ging, ohne dass es jemand merkte.“
Kommt vor „und“ ein Komma?
Normalerweise nicht. Vor „und“ steht kein Komma, wenn es gleichrangige Wörter oder Hauptsätze verbindet. Ein Komma ist aber Pflicht, wenn vor dem „und“ ein Nebensatz oder ein Einschub endet, zum Beispiel: „Sie sagte, dass sie kommt, und legte auf.“
Kommt vor „wie“ ein Komma?
Nur wenn ein vollständiger Nebensatz folgt. Bei einfachen Vergleichen wie „so schnell wie ein Pfeil“ steht kein Komma. Bei „Er macht es, wie er es gelernt hat“ steht ein Komma, weil nach „wie“ ein Satz mit gebeugtem Verb folgt.
Wann setzt man ein Komma bei „um zu“?
Vor „um … zu“ steht immer ein Komma. Infinitivgruppen, die mit „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“ beginnen, werden laut amtlichem Regelwerk immer durch Komma abgetrennt: „Sie lernt, um die Prüfung zu bestehen.“
Kommt vor „aber“ immer ein Komma?
Ja, wenn „aber“ zwei Satzteile oder Sätze entgegenstellt, steht davor ein Komma: „Er ist klein, aber stark.“ Steht „aber“ mitten im Satz im Sinne von „jedoch“, kommt kein Komma: „Er hat aber recht.“
Wo stehen die offiziellen Kommaregeln?
Die offiziellen Kommaregeln stehen im amtlichen Regelwerk des Rats für deutsche Rechtschreibung in den Paragrafen 71 bis 79. Das Regelwerk ist für Schulen und Behörden in Deutschland, Österreich und der Schweiz verbindlich und kostenlos online abrufbar.
Wie lerne ich Kommasetzung am schnellsten?
Am schnellsten lernst du Kommasetzung, wenn du deine eigenen Texte mit einer festen Routine prüfst: gebeugte Verben markieren, Einleitewörter wie „dass“ und „weil“ suchen und das Ende jedes Nebensatzes kontrollieren. Kurze tägliche Übungen bringen mehr als stundenlanges Regelpauken.

