Dein Kind soll Nachhilfe bekommen, und vor der ersten richtigen Stunde steht eine Probestunde an. Woran merkst du nach 30 oder 60 Minuten, ob es passt? Aus unserer Erfahrung achten Eltern in der Probestunde vor allem darauf, ob die Chemie stimmt. Das ist wichtig, verrät aber wenig darüber, ob dein Kind bei dieser Lehrkraft auch etwas lernt.
Die kurze Antwort: Eine gute Nachhilfe erkennst du in der Probestunde daran, dass die Lehrkraft zuerst herausfindet, wo dein Kind steht, an einer konkreten Aufgabe erklärt und dein Kind dabei selbst arbeiten lässt. Am Ende kann sie dir sagen, wo die Lücken liegen und wie sie weiter vorgehen würde. Dazu gehören faire Bedingungen: klare Preise, keine lange Vertragsbindung und die Möglichkeit, die Lehrkraft zu wechseln. In diesem Artikel findest du dafür eine Checkliste, die wichtigsten Fragen an den Nachhilfelehrer und die Warnsignale, bei denen ihr weitersuchen solltet.
Was ist eine Nachhilfe-Probestunde?
Eine Nachhilfe-Probestunde ist eine erste, oft verkürzte oder vergünstigte Einheit, in der Schüler, Eltern und Lehrkraft herausfinden, ob die Zusammenarbeit passt. Je nach Anbieter ist sie kostenlos, kostet einen symbolischen Betrag oder wird zum normalen Stundenpreis abgerechnet. Manche Anbieter nennen sie auch Schnupperstunde oder Kennenlernstunde.
Wichtig: Achte darauf, dass in der Probestunde wirklich unterrichtet wird. Ein Beratungsgespräch im Büro eines Nachhilfeinstituts zeigt dir die Preise, aber nicht, wie die Lehrkraft erklärt, die dein Kind später unterrichtet.
Bei Tutorify (Online-Einzelnachhilfe, tutorify.eu) heißt die Probestunde Kennenlerneinheit. Dein Kind arbeitet 30 Minuten 1:1 per Video mit einer geprüften Lehrkraft an einem Thema seiner Wahl, und das für 1 €. Danach entscheidet ihr, ob und wie es weitergeht.
Wie bereitet ihr euch auf die Probestunde vor?
Die Probestunde bringt am meisten, wenn ihr mit einem konkreten Thema kommt. Fünf Minuten Vorbereitung am Vorabend reichen dafür:
- Aktuelles Thema wählen: Nehmt das, was gerade im Unterricht dran ist oder in der nächsten Klassenarbeit kommt. So sieht die Lehrkraft, wie dein Kind mit echtem Schulstoff umgeht.
- Material bereitlegen: Heft, Schulbuch, Arbeitsblätter und vor allem die letzte korrigierte Klassenarbeit. An den Fehlern darin erkennt eine erfahrene Lehrkraft schneller als in jedem Gespräch, wo es hakt.
- Ziel formulieren: Zum Beispiel „In der nächsten Arbeit wieder eine 3“ oder „Bruchrechnung endlich verstehen“. Ein klares Ziel macht die Probestunde vergleichbar.
- Dein Kind einbeziehen: Frag vorher, was ihm schwerfällt und was es sich von der Nachhilfe wünscht. Kinder, die mitentscheiden dürfen, machen meist bereitwilliger mit.
- Bei Online-Nachhilfe die Technik prüfen: Ein Gerät mit Bildschirm und Mikrofon, stabiles Internet und ein ruhiger Platz genügen. Ein Tablet mit Stift ist fürs digitale Whiteboard praktisch, aber keine Pflicht.
Woran erkennt man in der Probestunde eine gute Nachhilfe?
Eine gute Nachhilfe erkennst du daran, dass die Lehrkraft mehr fragt als vorträgt und dein Kind am Ende eine Aufgabe lösen kann, die am Anfang noch nicht ging. Diese Checkliste kannst du während oder direkt nach der Probestunde durchgehen:
| Kriterium | Gutes Zeichen | Warnsignal |
|---|---|---|
| Einstieg | Fragt nach Klasse, aktuellem Thema, letzter Note und was schwerfällt | Legt sofort mit eigenem Stoff los |
| Erklären | Erklärt in kleinen Schritten mit Beispiel und erklärt anders, wenn dein Kind nicht folgt | Langer Monolog, Fachbegriffe ohne Erklärung |
| Mitarbeit | Dein Kind rechnet oder formuliert selbst, die Lehrkraft gibt Hinweise | Die Lehrkraft rechnet alles vor, dein Kind schaut zu |
| Fehler | Fragt nach dem Denkweg und bleibt geduldig | Korrigiert ungeduldig oder abwertend |
| Diagnose | Benennt am Ende konkrete Lücken, z. B. „Vorzeichen beim Umformen“ | Bleibt vage („Das wird schon“) |
| Plan | Schlägt Rhythmus und die nächsten Themen vor | Kein Plan oder sofort ein großes Stundenpaket |
| Atmosphäre | Dein Kind traut sich nachzufragen | Dein Kind wirkt eingeschüchtert oder gelangweilt |
Nach einer Probestunde ist noch keine Note besser. Bewerte deshalb, wie gearbeitet wurde. Wenn dein Kind am Ende eine Aufgabe mit wenig Hilfe allein schafft und danach sagt „Das hab ich jetzt verstanden“, ist das ein gutes Zeichen.
Tipp: Frag dein Kind direkt nach der Stunde, was es gelernt hat, und lass es eine Aufgabe kurz erklären. Ein „War gut“ allein sagt wenig.
Welche Fragen sollten Eltern dem Nachhilfelehrer stellen?
Die wichtigste Frage an den Nachhilfelehrer lautet: „Wo siehst du die größten Lücken, und wie würdest du sie angehen?“ Nutzt die letzten Minuten der Probestunde oder ein kurzes Gespräch danach für diese Fragen:
- Woher kommen die Lücken, eher aus dem aktuellen Stoff oder aus früheren Klassen?
- Wie würdest du in den nächsten vier Wochen vorgehen?
- Wie oft und wie lange würdest du Nachhilfe empfehlen? (Orientierung gibt unser Artikel Wie oft sollte man Nachhilfe nehmen?)
- Was soll mein Kind zwischen den Stunden selbst üben?
- Wie bekommen wir als Eltern mit, ob es vorangeht?
- Welche Erfahrung hast du mit dieser Klassenstufe und Schulform?
Eine gute Lehrkraft antwortet konkret und ehrlich, auch wenn die Antwort lautet: „Für dieses eine Thema reichen wahrscheinlich drei, vier Stunden.“ Wer dagegen nach der ersten Stunde ein großes Paket empfiehlt, ohne die Lücken benennen zu können, hat eher den Verkauf im Blick.
Nachhilfe-Anbieter vergleichen: Was zählt neben der Probestunde?
Neben der Lehrkraft entscheiden die Bedingungen darüber, ob Nachhilfe in euren Familienalltag passt. Prüfe vor der ersten Buchung diese Punkte:
- Preis pro Einheit: Steht er klar da, und kommen Anmelde-, Material- oder Servicegebühren dazu? Einen Überblick über übliche Preise gibt unser Preisguide: Was kostet eine Stunde Nachhilfe?
- Vertragslaufzeit und Kündigungsfrist: Wie lange bindet ihr euch, und wie schnell kommt ihr wieder raus? Mehr dazu in Nachhilfe ohne Abo.
- Absagen: Bis wann kann man eine Stunde kostenfrei absagen, etwa wenn dein Kind krank ist?
- Lehrkraftwechsel: Könnt ihr unkompliziert wechseln, wenn es nicht passt?
- Einzel- oder Gruppenunterricht: In der Gruppe teilt sich die Lehrkraft auf mehrere Kinder auf. Bei großen Lücken kommt dein Kind 1:1 meist schneller voran.
- Termine: Gibt es Zeiten, die zu Schule, Sport und Familie passen, auch abends oder am Wochenende?
Bei Tutorify gibt es keinen Vertrag und keine Mindestlaufzeit. Eine Einheit mit 45 Minuten kostet 21,99 € einzeln oder 20,99 € im Wochenrhythmus, 60 Minuten kosten 27,99 € bzw. 25,99 €. Termine lassen sich bis 6 Stunden vor Beginn stornieren, und bei der nächsten Buchung könnt ihr eine andere Lehrkraft wählen.
Was ist bei einer Online-Probestunde anders?
In einer Online-Probestunde siehst du zusätzlich, ob das Arbeiten am Bildschirm für dein Kind funktioniert. Achte darauf, ob die Lehrkraft das digitale Whiteboard aktiv nutzt, ob dein Kind selbst darauf schreibt und ob es über die ganze Zeit konzentriert bleibt.
Bleib in den ersten Minuten gern in der Nähe, damit du einen Eindruck bekommst. Danach lohnt es sich, dein Kind allein arbeiten zu lassen. Aus unserer Erfahrung fragen viele Kinder ohne Zuhörer freier nach und trauen sich eher, Fehler zu machen. Was Eltern sonst noch über das Lernen per Video wissen sollten, haben wir auf unserer Seite Online-Nachhilfe für Eltern zusammengefasst.
Praxisbeispiel: Zwei Probestunden für Emre
Emre (12, 6. Klasse Realschule) steht in Mathe auf einer 4, das aktuelle Thema sind Brüche. Seine Eltern buchen eine Probestunde. Die Lehrkraft ist freundlich, rechnet aber 30 Minuten lang Aufgaben vor, während Emre nickt. Auf die Frage, wie es war, sagt er „gut“. Eine Aufgabe allein lösen kann er danach nicht.
Bei der zweiten Probestunde mit einer anderen Lehrkraft bringt Emre seine letzte Klassenarbeit mit. Die Lehrkraft sieht schnell, dass er beim Erweitern Zähler und Nenner mit unterschiedlichen Zahlen multipliziert. Sie lässt ihn drei Aufgaben selbst rechnen, fragt jedes Mal nach seinem Denkweg, und die letzte Aufgabe schafft Emre ohne Hilfe. Am Ende schlägt sie vor, vier Wochen lang Erweitern und Kürzen zu festigen und danach mit dem Addieren weiterzumachen.
Die Familie entscheidet sich für die zweite Lehrkraft und eine Einheit pro Woche. Nach rund zwei Monaten schreibt Emre in der nächsten Bruch-Arbeit eine 3.
Wann solltet ihr nach der Probestunde weitersuchen?
Weitersuchen solltet ihr, wenn dein Kind sich in der Probestunde nicht ernst genommen gefühlt hat oder die Lehrkraft keine konkreten Lücken benennen konnte. Weitere Gründe sind:
- Druck zum Abschluss: Ihr sollt noch am selben Tag einen Vertrag oder ein Stundenpaket unterschreiben.
- Unklare Bedingungen: Preis, Laufzeit oder Absageregeln bleiben auch auf Nachfrage vage.
- Keine Lust auf die nächste Stunde: Wenn dein Kind nicht wieder hinmöchte, nimm das ernst und frag nach dem Grund.
Eine zweite Probestunde mit einer anderen Lehrkraft ist völlig normal, denn die Chemie zwischen Kind und Lehrkraft lässt sich nicht erzwingen. Manchmal zeigt die Probestunde auch, dass gar keine regelmäßige Nachhilfe nötig ist, etwa wenn nur ein einzelnes Thema hakt. Dann reichen oft wenige Stunden vor der nächsten Arbeit.
Fazit: In der Probestunde zählt, ob dein Kind selbst arbeitet Eine Nachhilfe-Probestunde zeigt euch in 30 bis 60 Minuten, ob Lehrkraft und Anbieter passen. Eine gute Lehrkraft fragt zuerst nach, erklärt in kleinen Schritten, lässt dein Kind selbst rechnen oder formulieren und benennt am Ende konkrete Lücken samt Plan. Bereitet euch mit einem aktuellen Thema und der letzten Klassenarbeit vor, stellt der Lehrkraft gezielte Fragen und prüft Preise, Laufzeit und Absageregeln, bevor ihr bucht. Wenn es nicht passt, probiert ihr eine andere Lehrkraft aus.
FAQ: Häufige Fragen zur Nachhilfe-Probestunde
Ist eine Nachhilfe-Probestunde kostenlos?
Das hängt vom Anbieter ab. Manche bieten die erste Stunde kostenlos an, andere verlangen einen symbolischen Betrag oder den normalen Stundenpreis. Bei Tutorify kostet die Probestunde 1 € für 30 Minuten Online-Einzelnachhilfe.
Wie lange dauert eine Nachhilfe-Probestunde?
Meist zwischen 30 und 60 Minuten. 30 Minuten reichen, um zu sehen, wie die Lehrkraft erklärt, ob dein Kind mitarbeitet und wo die Lücken liegen. Wichtiger als die Länge ist, dass in der Zeit wirklich an einem Schulthema gearbeitet wird.
Sollten Eltern bei der Probestunde dabei sein?
Am Anfang ja, danach eher nicht. In den ersten Minuten bekommst du einen Eindruck von der Lehrkraft und kannst euer Ziel nennen. Danach arbeiten viele Kinder allein freier und fragen eher nach. Für deine Fragen an die Lehrkraft eignen sich die letzten Minuten.
Was sollte man zur Nachhilfe-Probestunde mitbringen?
Ein aktuelles Thema aus dem Unterricht, Heft und Schulbuch sowie die letzte korrigierte Klassenarbeit. An den Fehlern in der Arbeit erkennt die Lehrkraft schnell, wo es hakt. Bei Online-Nachhilfe braucht dein Kind außerdem ein Gerät mit Bildschirm und Mikrofon.
Muss man nach der Probestunde einen Vertrag abschließen?
Nein, eine Probestunde verpflichtet zu nichts. Lies vor einer Buchung trotzdem Laufzeit, Kündigungsfrist und Absageregeln genau. Bei Tutorify gibt es keinen Vertrag und keine Mindestlaufzeit, ihr bucht nur die Einheiten, die ihr braucht.
Was tun, wenn die Probestunde nicht gut war?
Probiert eine andere Lehrkraft aus, bevor ihr Nachhilfe ganz abhakt. Ob die Zusammenarbeit klappt, hängt stark von der einzelnen Person ab. Bei Tutorify könnt ihr bei der nächsten Buchung eine andere Lehrkraft wählen.
Woran erkennt man eine gute Nachhilfe?
Eine gute Nachhilfe erkennt man daran, dass die Lehrkraft zuerst nachfragt, wo dein Kind steht, in kleinen Schritten erklärt und dein Kind selbst arbeiten lässt. Am Ende benennt sie konkrete Lücken und schlägt einen Plan vor. Dazu kommen transparente Preise und faire Vertragsbedingungen.


